Nvidias RTX-Spark-Laptops sind auf eine besondere Stärke ausgelegt: die lokale Ausführung anspruchsvoller KI-Workloads. PCWorld testete mehrere Modelle, darunter Microsofts Surface Laptop Ultra, HPs OmniBook Ultra und ein 7.000-Dollar-ASUS ProArt P16 mit 128 GB gemeinsam genutztem Speicher. Die Tests umfassten alltägliche Aufgaben, Spiele und lokale KI-Modelle, darunter gpt-oss von OpenAI mit 120 Milliarden Parametern.
Die Plattform kombiniert eine Arm-CPU mit 20 Kernen und eine integrierte Blackwell-GPU mit einem gemeinsam genutzten Speicherpool, der bis zu 128 GB umfassen kann. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Gaming-Laptop, der für seine Grafikkarte über eine kleinere Menge dedizierten Speichers verfügt, können bei RTX Spark CPU und GPU auf denselben Pool zugreifen. Beim ProArt ließen sich der GPU ungefähr 96 GB zuweisen. So konnten Modelle ausgeführt werden, die den Speicher vieler herkömmlicher Systeme übersteigen.
In einem Test verarbeitete das ProArt mit dem Modell gpt-oss 472.084 Tokens in 33 Minuten und 13 Sekunden. Ein Desktop-PC mit einer GeForce RTX 5090 benötigte für denselben Workload 52 Minuten und 51 Sekunden. PCWorld merkte an, dass die GPU des Laptops im Allgemeinen nicht schneller ist: Das Ergebnis war auf die ungewöhnlich große Menge an für die GPU verfügbarem Speicher zurückzuführen, die diese spezielle Aufgabe erforderte. Passt ein Workload in die 32 GB Grafikspeicher der RTX 5090, kann der Desktop-PC seine schnellere GPU besser nutzen.
Damit ist RTX Spark vor allem für Entwickler und Forscher interessant, die große Modelle auf ihren eigenen Rechnern ausführen oder keine Gebühren für Cloud-Inferenz zahlen und ihre Daten lokal behalten möchten. Für kleinere lokale Modelle oder die gewöhnliche Nutzung von Online-KI-Diensten ist die zusätzliche Kapazität möglicherweise nicht erforderlich. Der Testbericht warnte, dass Käufer einer hochpreisigen Konfiguration Workloads haben sollten, die ihren Speicher ausnutzen können.
Auch Gaming ist möglich. Die Tests von PCWorld ergaben, dass die integrierte Blackwell-Grafik in etwa mit einer GeForce RTX 5070 vergleichbar ist. Nvidia-Funktionen wie DLSS-Upscaling und Frame Generation sind in unterstützten Spielen verfügbar. Herkömmliche GeForce-Laptops boten jedoch eine bessere Gaming-Leistung für weniger Geld, und der zusätzliche gemeinsam genutzte Speicher verbesserte die Spielergebnisse nicht. Der Testbericht betrachtet Gaming daher als nützlichen Zusatz und nicht als Grund, ein RTX-Spark-Gerät zu kaufen.
Im Alltag verhalten sich diese Laptops ähnlich wie andere Windows-11-PCs. Das Surface Laptop Ultra erzielte eine starke Multicore-Leistung, während seine Single-Core-Ergebnisse weniger beeindruckend ausfielen. Beim Test mit Büroarbeit von PCWorld hielt sein Akku etwa 10 Stunden. Anspruchsvolle KI-Arbeit fordert deutlich mehr: Bei einem ProArt-Durchlauf wurden die Lüfter laut, und der Laptop verbrauchte innerhalb von 33 Minuten 46 Prozent seiner Akkuladung.
Auch die Arm-Prozessorarchitektur ist zu berücksichtigen. Microsofts Übersetzungsschicht Prism unterstützt ein breites Spektrum herkömmlicher x86-Windows-Software, und die native Arm-Unterstützung wächst, doch die Kompatibilität ist nicht universell. Während der Tests stieß PCWorld auf Softwareprobleme. So musste eine Betaversion von Adobe Premiere verwendet werden, weil die veröffentlichte Version die GPU der Plattform nicht ordnungsgemäß unterstützte. Käufer, die auf spezielle Programme, Treiber oder Plug-ins angewiesen sind, sollten vor dem Kauf die Kompatibilität prüfen.
PCWorlds Einschätzung zufolge richtet sich RTX Spark an eine relativ kleine Gruppe: Menschen mit umfangreichen lokalen KI-Workloads, darunter einige Kreativprofis, deren unverzichtbare Software auf der Plattform funktioniert. Gamer und Käufer, die einen hochwertigen Alltags-Laptop suchen, finden für weniger Geld passendere Alternativen. RTX Spark überzeugt dadurch, große Mengen gemeinsam genutzten Speichers und leistungsstarke lokale KI-Berechnungen auf einen tragbaren PC zu bringen – nicht dadurch, dass es für alle die beste Wahl zum besten Preis ist.
Quellen: PCWorld.