Das Merge-Fenster von Linux 7.4 brachte zahlreiche Änderungen am Kernel, darunter erste Plattformunterstützung für AMD-Zen-6-Prozessoren, Apples M4- und A18-Pro-Chips sowie das Steam-Frame-VR-Headset. Die Veröffentlichung könnte zum diesjährigen Long-Term-Support-Kernel werden; aus den verfügbaren Informationen geht dies jedoch nicht sicher hervor.
Die Unterstützung für AMD Zen 6 wurde durch Ergänzungen von Geräte-IDs in verschiedenen Plattformtreibern erweitert. Das Update umfasst außerdem AMD-EPYC-Zen-6-Unterstützung für Page Modification Logging und eine neue Funktion zur Kontextisolierung des BTB, die die Kosten von CPU-Sicherheitsmaßnahmen senken soll. Der Kernel korrigiert zudem die TLB-Größenangaben für Zen 5 und neuere AMD-Prozessoren.
Die Unterstützung für Apple M4 und A18 Pro befindet sich noch in einem frühen Stadium: Gerätebäume wurden hinzugefügt, die Funktionalität wird jedoch weiterhin als äußerst eingeschränkt und für Endnutzer ungeeignet beschrieben. Google Tensor G5 wird nun im Mainline-Linux unterstützt, auch in Pixel-10-Smartphones mit dem „Laguna“-Chip. Für Steam Frame handelt es sich um eine grundlegende Ergänzung des Gerätebaums.
Zu den Grafikaktualisierungen gehört die standardmäßige Aktivierung der HDMI-2.1-Unterstützung in AMDGPU nach den Arbeiten an VRR, FreeSync und ALLM. Auch AMD PerfOpt wird standardmäßig aktiviert, um die Leistung von KI und großen Sprachmodellen auf integrierter Radeon-Grafik zu verbessern. Intels Xe-Treiber erhält CPU-Binds und ULLS in der Migrationswarteschlange sowie Prüfungen des Videospeicherzustands und Unterstützung für beeinträchtigten Speicher. Qualcomms MSM-DRM-Treiber ergänzt die Unterstützung für Adreno A830, A845, A850 und X2-85.
Weitere Änderungen betreffen die Speicherverwaltung und die Leistung. Die CXL-Arbeiten bereiten die Unterstützung für Dynamic Capacity Devices vor, die die Speicherkapazität ohne Neustart des Hosts oder physische Neukonfiguration der Hardware anpassen können. Bei einem Test eines schnelleren physischen Speicherzuordners für die frühe Bootphase sank die angegebene Zeit von etwa 265 Sekunden auf rund 50 Millisekunden. Der Kernel ergänzt außerdem einen Steal-Governor für virtuelle Maschinen, Scheduler-Änderungen zur Auswahl zwischen gleich wenig ausgelasteten CPU-Kernen sowie optimierte AES-Implementierungen für x86 und RISC-V.
Quellen: Phoronix.